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Artikel von PETER SCHUMANN - Südwest Presse September 2008

 

Schritt für Schritt die Erfolgsleiter nach oben

Hyse und Zeki Özcan haben ihre Firma von der Wohnzimmer-Produktion bis zum mittleren Unternehmen ausgebaut

 

 

Im Luizhauser Gewerbegebiet "Steinige" baut Zeki Özcan derzeit ein neues Firmengebäude. Die Investition ist Ausdruck des Aufstiegs vom Ein-Mann-Betrieb zu einem Unternehmen mit fast 20 Mitarbeitern.


Lonsee: Dies ist nicht die Geschichte vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird. Dafür aber die Geschichte eines türkischen Monteurs, der heute Geschäftsführer dreier Firmen ist. Zeki Özcan erinnert sich noch an jeden beruflichen Schritt, den er getan hat. Denn er ging immer nur einen Schritt weiter, wenn er davon überzeugt war. Bei der Firma Acheson in Dornstad als Monteur beschäftigt, machte sich Özcan 1995 selbstständig. Das was er früher für Acheson erledigte, machte er nun im heimischen Wohnzimmer und auf eigene Rechnung. Er baute Maschinen zusammen, anfangs mit Hilfe seiner Frau Hyse, die heute Besitzerin von MOEK ist, Montage Service Özcan. Ihr Mann ist Geschäftsführer, leitet aber auch zwei weitere Unternehmen, die er mittlerweile aufgebaut hat: MSP (Montage, Schaltbau, Präzisionsteile) und BPI in der Türkei, wo bald Kühltaschen hergestellt werden sollen.

Doch der Reihe nach: 1996 machte das Ehepaar 250 000 Mark Umsatz, danach wurde ein Haus mit sechs Garagen gekauft, in denen künftig die Maschinen gefertigt wurden. Er begann auch, Aufträge im Siebdruck anzunehmen, einem eigentlich völlig fremden Betriebszweig. Im Jahr des Hauskaufs mietete Özcan eine Halle in Dornstadt mit 50 Quadratmetern, bereits sechs Monate später zog das Unternehmen nach Bollingen, wo eine 150 Quadratmeter große Halle angemietet wurde. Im Jahr 2001 baute Özcan ein Fabrikationsgebäude im Luizhauser Gewerbegebiet "Steinige" samt Wohnhaus: 500 Quadratmeter groß. Der Umsatz lag mittlerweile bei rund 650 000 Mark. Vier Jahre später musste an die Halle angebaut werden, weil der Platz zu knapp wurde. Denn die Angebotspalette war breiter geworden: Es kam die Oberflächenbehandlung, also das Lackieren, hinzu. Und auch Aufträge in Steuerungstechnik wurden angenommen. "Das ist unser Erfolgsgeheimnis", sagt Özcan. Nicht nur über ein Standbein zu verfügen sondern mehrere zu haben. Dies und Qualität in der Arbeit und die pünktliche Erfüllung der Aufträge haben ihm neben Acheson Kunden wie die Heidelberger Druckmaschinen AG oder Siebdruck Buchsteiner gebracht. Für Heidelberger zum Beispiel werden Kerneisen, die für die Herstellung der Maschinen benötigt werden, so hergerichtet, dass sie wieder in der Produktion benutzt werden können.

Sich füllende Auftragsbücher machten klar, dass trotz der Erweiterung der Neubau zu klein war. Mittlerweile lag der Umsatz bei 1,1 Millionen - diesmal allerdings in Euro. Özcan suchte Ausweichflächen und fand offene Ohren bei der Lonseer Gemeindeverwaltung. Das Gewerbegebiet "Steinige" im Teilort Luizhausen wurde um 8000 Hektar erweitert, die Firma MOEK sicherte 5000 davon. Dank der guten Zusammenarbeit der Behörden war das Baugesuch vier Wochen nach Antragstellung genehmigt. Jetzt entsteht ein Hallenbau mit 2000 Quadratmetern Grundfläche, bereits in sechs Wochen soll der Betrieb aufgenommen werden. Lackiererei und Schaltkastenbau ziehen ein. Die derzeitige Belegschaft von 17 Mitarbeitern werde um mindestens 10 aufgestockt, sagt Özcan. Steht die Produktionshalle, kommt das Verwaltungsgebäude mit weiteren knapp 500 Quadratmetern an die Reihe. Kosten der Investition: etwa zwei Millionen Euro. Lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 1,5 Millionen Euro, so rechnet der Geschäftsführer in diesem Jahr mit 2,5 Millionen. Und wenn die Firma in der Türkei demnächst die Kühltaschen-Produktion aufgenommen hat, soll er sich im nächsten Jahr verdoppeln. Platz zur Erweiterung ist vorhanden.